Eisenach

Ein schatz am Rand des Thüringer Waldes

Urkundliche Erwähnung fand die kleine Stadt am Rande des Thüringer Waldes 1180. Ihre Berühmtheit verdankt die Stadt einem Bauwerk, welches in der ganzen Welt bekannt ist – die Wartburg.
Die Stadt kann auf ein lange Geschichte zurückblicken, deren Spuren sich heute noch in der Stadt finden lassen.

eisenach

© Bild by Martin / flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

Eisenach ist bequem mit der oder mit dem Auto zu erreichen. Es liegt fast in der Mitte Deutschlands an den Ausläufern des Thüringer Waldes. Blickt man von der Autobahn auf die Stadt, kann man sehen, wie die Stadt sich sanft an die sie umgebenden Hügel schmiegt.

An Unterkünften mangelt es in Eisenach auch nicht. Hier findet jeder Geldbeutel ein passendes Ruhelager. Dies kann sowohl in historischem Ambiente sein, als auch ein Neubau. Ganz wie jeder beliebt. Für die Romantiker bietet sich das Wartburghotel auf der Wartburg an. Es ist zwar nicht ganz billig, aber mit Sichheit ein Erlebnis. Wer lieber in der Stadt übernachten möchte, aber auf die Geschichte nicht ganz verzichten möchte, sollte sich überlegen ob er in Hotel Schlosskeller oder im Eisenacher Hof absteigen möchte. Beides sind ausgezeichnete 4-Sterne-Häuser. Die Eisenach-Information am Markt berät den Besucher sicher gerne.

Allerdings ist der Markt vielleicht nicht die günstigste Ausgangsposition für einen Rundgang. Hier bietet sich das Bachhaus am Frauenplan an. Der hier vorgestellte Rundgang durch die Stadt, ist allerdings so auch nicht durchführbar, er würde zu lang werden und die Zeit würde ebenfalls nicht reichen. Es ist ein virtueller Rundgang durch die Stadt, die soviel zu bieten hat und eine Anregung, was man sich so alles anschauen kann.

Der Besucher steht also am Frauenplan vor dem von Johann Sebastian Bach. Links neben ihm ist das Bachhaus. Hier gibt es viele Instrumente aus der Zeit von Bach zu bestaunen und auch zu hören. Wohnverhältnisse und ein wunderschöner Garten sind ebenfalls zu sehen. Direkt an das alte Bachhaus wurde ein monströser Neubau gesetzt, der mit Sicherheit alles andere als schön ist und eigentlich auch architektonisch so garnicht passen will. Nach der Besichtigung des Bachhauses kommt man durch die Marienstrasse, vorbei am Philosophenweg, der den Verlauf der alten Stadtmauer kennzeichnet und wo der Weg auf die Marienstrasse trifft, stand das ehemalige Frauentor. Davon ist heute leider nichts mehr zu sehen. Durch die Marienstrasse kommt man auf die Kreuzung zur Wartburgallee. Über den Reuterweg gelangt man zur Reuter-Villa. Eine Villa im italienischen Stil in der der Dichter Fritz Reuter lebte. Hier gibt es die Wohnetage sowie eine Wagner- zu besichtigen.

Wer gerne wandert, könnte nun den etwas beschwerlichen Weg zur Wartburg antreten, für die, die nicht so gerne den anstrengenden in Anspruch nehmen wollen, es gibt auch Shuttlebusse zur Burg. Ein kleiner Anstieg bleibt dem Besucher aber dennoch nicht erspart. Auf der Burg wird der Besucher eine kleine Zeitreise machen, in die Zeit der Minnesänger und der thüringer Landgrafen. Durch die Lutherstube gelangt man dann wieder in den Burghof. Der Blick von der Wartburg auf die Höhen des Thüringer Waldes oder auf die Stadt zu ihren Füssen, ist einfach atemberaubend.

Zurück vom Berg vorbei am Carl-Alexander-Denkmal kommt der Besucher durch die Wartburgalle an die Wandelhalle. Dahinter befindet sich Eisenachs grüne , der Karthausgarten. In ganz fühen Zeiten war hier das Karthäuserkloster. Das nächste Ziel, der Karlsplatz mit Nikolai-Kirche und Nikolaitor, heute das einzig erhaltene Stadttor. Durch dieses Tor kam man früher auf den Sonnabendmarkt, dem heutigen Karlsplatz. Die Nikolaikirche war die Pfarrkirche für das neben ihr liegende Benediktinerinnenkloster. Zurück durch die Einkaufsmeile, von wo man einen wunderbaren Blick auf das Landestheater hat, gelangt man auf dem Marktplatz. Hier befinden sie das Schloss, das Rathaus sowie die Georgenkirche. Im barocken Schloss finden sich Ausstellungen sowie ein reich geschmückter kleiner Konzertsaal, der Rokokosaal. Gegenüber des Schlosses liegt die Georgenkirche. Sie besticht durch ihre reiche Innenausstattung. Hier predigte Martin Luther und Bach wurde hier getauft. In der Kirche finden sich auch die Grabplatten der Thüringer Landgrafen.

Weiter geht es, vorbei an der Esplanade, hier sind noch die Reste der alten Residenz zu sehen. Der Weg führt den Besucher zum Predigerplatz. Hier befindet sich ein altes Dominkanerkloster und die Predigerkirche. Landgraf Heinrich Raspe, ließ dieses Kloster, wahrscheinlich aus schlechtem Gewissen seiner Schwägerin Elisabeth gegenüber, ihr zu Ehren errichten. Allerdings erst kurz nach ihrer Heiligsprechung. Auf den Klosterresten befand sich die frühere Lateinschule, die bereits Luther besuchte. Heute ist das Luthergymnasium hier beheimatet. In der Predigerkirche sind mittelalterliche Kunstwerke zu bestaunen.

Vorbei am Gymnasium kommt man durch das nicht mehr vorhandene Predigertor zum alten Friedhof mit seiner kleinen Kreuzkirche. Die Einzigartigkeit dieser Kirche besteht darin, dass auch das Kircheninnere die Form eines Kreuzes mit vier kurzen gleichlangen Armen aufweist. Der alte Friedhof liegt direkt hinter der Stadtmauer, entlang dieser die Gräber einiger Ratsherren liegen. Über den alten Friedhof gelangt man, entlang der Stadtmauer zum wohl ältesten Haus, dem Hellgrafenhof. Hier soll der virtuelle Rundgang enden.

Einige Sehenswürdigkeiten haben noch keine Erwähnung gefunden, was nicht heißen soll, das sie weniger interessant sind, sie liegen leider nur etwas Abseits der Laufrouten. So lohnt ein Besuch im Automobilmuseum auf jeden Fall. Auf einem anderen Berg, gegenüber der Wartburg steht das Burschenschaftsdenkmal. Hier sollte man mit dem Auto hinfahren, da keine Linienbusse zum Denkmal hinauf fahren. Eine weitere Ruheoase bietet der Prinzenteich, welcher auch zum Bootfahren einlädt, doch Vorsicht ist vor den Schwänen geboten.

So eine Stadtbesichtigung macht natürlich auch sehr hungrig. Auch hier bietet die Stadt für jeden Geldbeutel etwas. Von gut bürgerlicher Küche bis zur internationalen Küche ist alles vertreten. Doch ein Highlight sei hier erwähnt. Am Ende der Besichtigungstour befindet man sich nicht nur am Hellgrafenhof, sondern auch am Hotel Eisenacher Hof. Dieser bietet dem Besucher Erlebnisgastronomie vom Feinsten – die Lutherstube. Hier kann man essen wie zu Luthers Zeiten, auch im entsprechenden Ambiente, hier ißt man bei Kerzenschein, auch gibt es kaum Gläser sondern Keramikbecher, die in gestanzte Löcher auf dem Tisch gesteckt werden. Gekocht wird nach mittelalterlichen Rezepten, so gibt es Brotklöße, oder Weizenkeine, Fleischspieße und Fladen.
Am Wochenende sollte man auf jeden Fall Plätze reservieren, unter der Woche findet man eher Platz. Aber ein Besuch lohnt auf jeden Fall.

Für Interessierte bieten Eisenach eine Reihe von Festen, die sich im Laufe der Jahre zu richtigen Besuchermagneten entwickelt haben. So gibt es im Frühjahr das Hanjörgfest zu Ehren des Eisenacher Schutzpatrons, dem heiligen Georg, Im Sommer Luther – Das Fest, im Herbst das City-Fest und im Winter den Weihnachtsmarkt sowie den historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg. Doch all diese Feste und Märkte werden von einem Fest übertroffen. Es ist das größte Frühlingsfest Deutschlands – der Eisenacher Sommergewinn. Ein großer Umzug der jedes Jahr unter einem anderen Motto steht und deren erste Laufgruppen die Geschichte der Stadt erzählen. Das Highlight eines jeden Umzuges ist der symbolische Sieg der Sonne über den Winter, welcher dann in Form einer Strohpuppe verbrannt wird. Anschließend beginnt das einwöchige Volksfest.

Eisenach ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wer einmal in Eisenach war, wird immer wieder kommen, weil auch die Umgebung noch viel zu bieten hat.
Bild by Martin/flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

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