Rostock

– die deutsche Hansestadt an der Ostsee

 

Die knapp 800-jährige Stadtgeschichte der Hansestadt Rostock bringt so einiges an Sehenswürdigkeiten mit sich, und einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen.

© yetdark / flickr

© yetdark / flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

Der Eisbrecher „“, gebaut auf der Admiralitätswerft in Leningrad, wurde 1968 in Dienst gestellt. Er war zumeist auf der Ostsee im Einsatz und kann Eis bis zu einer Stärke von 2,5 Metern brechen. Durch die charakteristische, im Unterwasserteil flach auslaufende, Bugform kann er gut auf Eisschollen auffahren und sie so brechen. Durch Füllen der Ballasttanks kann die Masse des Bugs dann noch erhöht werden.

Der Eisbrecher liegt im Stadthafen Liegeplatz 83 und kann natürlich besichtigt werden. Auf ihm sind auch Familienfeiern und Kindergeburtstage möglich.

Die St.Petri Kirche steht an der Stelle, an der die Stadt gegründet wurde. Der Turm hat die stolze Höhe von 117 Metern und von ihm hat man eine schöne Aussicht über die Region. Es gibt sogar einen Aufzug. Die Kirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts an Stelle der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Der um 1500 fertig gestellte 127 Meter hohe Turm wurde schon 1543 vom Blitz zerstört und wieder aufgebaut. Seitdem hat er seine heutige Höhe. Er dient nautische Landmarke. Zur Erinnerung an den Rostocker Reformator Joachim Slüter befindet sich das Slüterdenkmal neben der Kirche.

In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der St. Marien Kirche begonnen, der fast fertige Bau stürzte allerdings 1398 schon wieder in sich zusammen. Danach wurde nach dem Vorbild französischer Kathedralen und der Lübecker Marienkirche eine kreuzförmige Basilika gebaut.

Sehenswert ist die Ausstattung der Marienkirche, neben einer astronomischen Uhr aus dem Jahre 1472, gibt es ein Bronzetaufbecken, das 1290 geweiht wurde, den Rochusaltar der um 1530 entstand und eine Barockorgel.

Das zwischen 1270 und 1290 erbaute Rathaus ist seit mehr als 700 Jahren Sitz der Stadtverwaltung. Im Mittelalter boten Händler hier auch ihre Waren feil während sich Festsaal und Ratsstube im Obergeschoss befanden. 1484 wurde das Rathaus um das „Neue Haus“ erweitert. Es diente als Festhaus. Seit dem hat es auch sieben Türme. Im 18. Jahrhundert kamen der Rathausfestsaal und der barocke Vorbau dazu und noch weitere Zweckbauten im 20. Jahrhundert.

Schon 1223 ließen sich an der Stelle nieder, an der heute die Klosteranlage des Katharinenstifts steht. Ab 1534 dienten Kloster und Kirche als Armenhaus, später als Waisenhaus, Lehr- und Industrieschule und auch als französisches Militärkrankenhaus. Bis in die 1980er Jahre war es ein Alters- und Pflegeheim. Nach einer Sanierung ist es seit 2001 Domizil der Hochschule für Musik und Theater des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 St. Nikolai Kirche in Rostock von stadt + land

© St. Nikolai Kirche in Rostock von stadt + land

Die älteste Kirche Rostocks ist die St. Nikolai Kirche und wirklich etwas Besonderes. Sie ist nicht nur eine der ältesten noch erhaltenen Hallenkirchen im Ostseeraum, sondern unter dem Altar befindet sich der Schwibbogen, eine Straßendurchfahrt. Über der Durchfahrt ist ein Bildnis des Heiligen Nikolaus zu sehen. Im Turm befinden sich Verwaltungseinrichtungen, im Kirchendach 20 Wohnungen und das Kirchenschiff wird als Konzertsaal genutzt. Im Mittelalter war die Kirche der Mittelpunkt des slawischen Siedlungsgebietes. Der ursprüngliche Turm war gotisch spitz und überragte mit seinen 132 Metern den der Petrikirche. Er wurde aber 1703 durch einen Orkan zerstört und 1706 mit einem Pyramidendach versehen. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche größtenteils zerstört und ihre Widerherstellung war lange fraglich. Nachdem 1974 die Gemeinden St. Petri und St. Nikolai zusammengelegt wurden, wurde beschlossen die Kirche zu rekonstruieren, um sie für andere Zwecke zu nutzen.

Das 1893 im Stil des Historismus erbaute Ständehaus war Sitz der mecklenburgischen Stände und beherbergt heute das Oberlandesgericht von Mecklenburg-Vorpommern. Sehenswert sind das Treppenhaus, der getäfelte Sitzungssaal und der innere Lichthof.

Das Steintor war das ehemalige südliche Haupttor der Stadt und wurde 1566 vom Landesfürsten Albrecht geschleift. Der im Stil der Renaissance errichtete Nachfolgebau trägt stadtseitig das Große Stadtsiegel, das Ratswappen und die Inschrift: „Sit intra te concordia et publica felicitas“ (In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen.

Große Teile der Stadtmauer, die eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer umschloss sind heute noch erhalten. Zwischen dem Kröpeliner Tor und der Schwaanschen Straße befinden sich die Wallanlagen mit in die Mauer eingefügten Wiekhäusern. Auch ein Teil des hölzernen Wehrgangs ist noch vorhanden. Das älteste Stadttor ist das Kuhtor, das 1262 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das 1806 im klassizistischen Stil erbaute Mönchentor ist das letzte noch erhaltene Strandtor.

Das im spätgotischen Stil erbaute Hausbaumhaus ist eines der wenigen noch erhaltenen Hausbaumhäuser Rostocks. Die Holzkonstruktion, die als Stützwerk für das Gemäuer dient, gleicht dem Aufbau eines Baumes. Ein mächtiger Stamm leitet zu ebener Erde die Kräfte der oberen Geschosse ab. So hat man im Erdgeschoss eine große Fläche und je höher man kommt desto verästelter ist das Gebälk. Die Fassade wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte entsprechend dem Zeitgeschmack.

Der 1897 als Seezeichen erbaute ist von fast überall in zu sehen. Und auch von seiner Aussichtsplattform in 30 Metern Höhe kann man fast alles in sehen.

Auf der 530 Meter langen Warnemünder Westmole lässt sich das Meer mit sein Wellen und Schaumkronen erleben, allerdings nur, wenn das Wetter nicht zu schlecht ist. Man kann hier sowohl Schiffe beobachten, als auch den Verlauf der Küste betrachten.

Die Warnemünder Kirche steht seit über hundert Jahren in der Mitte der Stadt und bietet neben einem Ort der Ruhe und Andacht auch einen Schutz vor Hochwasser. Besonders schön sind die Votivschiffe in ihrem inneren.

Ein Wahrzeichen Warnemündes ist der über 100 Meter breite Sandstrand. Hier spielt sich im Sommer nicht nur ein Teil des täglichen Lebens ab, er ist auch Ort für zahlreiche Veranstaltungen und wie man sich denken kann, der breiteste Sandstrand an der deutschen Ostseeküste.

Geschichte Rostock

Die Kessiner, ein Teil des slawischen Stammesverbandes der Wilzen, siedelten schon um 600 im Gebiet der heutigen Stadt Rostock. Aus dieser Zeit stammt auch der Name der Stadt. leitet sich ab von roz (auseinander) und tok (Fluss), also auseinanderfließender Fluss. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Name also kaum verändert.

1165 wurde Rozstoc erwähnt. Dort wo die Warnow, früher Varnowa genannt, in die Ostsee mündet liegt Warnemünde. Warnemünde ist ein Ortsteil Rostocks und wurde 1195 erstmals in dänischen Urkunden erwähnt.

Im 12. Jahhundert, der Zeit der Stadtgründung fanden in dem Gebiet vor allem Auseinandersetzungen zwischen Sachsen, Abodriten und auch Dänen statt. 1161 heißt es im Bericht des Saxo Grammaticus zerstörten die Dänen unter Waldemar I. die slawische Fürstenburg Rostock. Nach der Zerstörung wurde die Siedlung mit einem Handelswik wieder aufgebaut. Als um 1200 die Siedlung zu klein geworden war wurde auf der gegenüberliegenden Seite der Warnow der heute älteste Stadtkern Rostocks neu gegründet. Um die Petrikirche entstand der Alte Markt und es existierten so zwei Rostocker Siedlungen.

Vom dänischen König Abel erhielt Rostock 1251 die gleichen Handelsprivilegien wie Lübeck. Als 1252 die Stadtrechtbestätigung von 1218 wiederholt wurde und die Zollfreiheit bestätigt wurde, war die dritte Rostocker Teilstadt wahrscheinlich auch schon gegründet worden. Diese drei Teilstädte vereinigten sich erst 1265. Der Neue Markt wurde das Zentrum der Stadt und die Stadtmauer wurde gebaut. Bis ins 19. Jahrhundert wuchs die Stadt nicht über die Grenzen der Stadtmauer hinaus.

Die hanseatische Tradition Rostocks begann als 1283 Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Stettin, Demmin, Anklam und einige Fürsten das Rostocker Friedensbündnis schlossen.

1323 kaufte Rostock das kleine von den Dänen. 1325 erwarb Rostock das Münzrecht und 1358 die volle Gerichtsbarkeit und wurde so zu einem bedeutenden Mitglied der Hanse, vor allem deshalb, weil auch der Hafen längst einer der wichtigsten des Landes war.

1419 wurde eine der ältesten Universitäten Nordeuropas in Rostock gegründet.

Während des Dreißigjährigen Krieges und dem endgültigen Ende der Hanse, litt Rostock stark unter wechselnden Besetzungen und Plünderungen. Der Schwedenzoll, der in dieser Zeit vom schwedischen König Gustaf Adolf erhoben wurde, sorgte dafür dass Rostock völlig verarmte. Noch dazu wurde dann bei einem Brand im August 1677 ein Drittel der Stadt vernichtet. Rostock war politisch und wirtschaftlich somit bedeutungslos.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann der langsame Wiederaufstieg der Hansestadt Rostock, erst noch behindert durch die französische Besetzung unter Napoleon und der Kontinentalsperre.

Neuen Reichtum für die Stadt brachte die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und die Rostocker begannen nun auch außerhalb der Stadtmauern zu siedeln.

1850 wurde die Schiffswerft und Maschinenfabrik von Wilhelm Zeltz und Albrecht Tischbein gegründet und aus ihr ging 1890 die Actien-Gesellschaft „Neptun“ Schiffswerft und Maschinenfabrik hervor. 1852 konnte der erste Schraubendampfer fertiggestellt werden, die Universität erhielt 1870 ihr jetziges Hauptgebäude. Die Bevölkerungszahl stieg in den folgenden Jahrzehnten auf 121.000 Einwohner an.

Warnemünde

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In Warnemünde entstanden 1921 die Arado Flugzeugswerke, ein Jahr später die Heinkel-Werke.

Mit Werft und Flugzeugbau wurden Rostock und Warnemünde zu Zentren der Rüstungsindustrie während des Deutschen Reiches, was natürlich auf dafür sorgte, dass die Zerstörungen durch alliierte Luftangriffe enorm waren. Mehr als die Hälfte der historischen Bausubstanz wurde vernichtet.

Während der DDR-Zeit entwickelte sich Rostock zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum. Zwischen 1957 und 1960 entstand der Überseehafen Rostock. Der wirtschaftliche Aufschwung zog viele Menschen aus anderen Teilen der DDR an.

In Rostock fanden im Frühherbst 1989 Donnerstags-Demonstrationen statt.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern Rostocks gründlich saniert.

2003 richtete Rostock die Internationale Gartenschau (IGA) aus und der Warnowtunnel wurde eröffnet.

Museen

Das Kulturhistorische Museum Rostock beherbergt kultur- und kunstgeschichtliche Sammlungen von Malerei über Grafik bis zum Kunsthandwerk und vieles mehr. Das Museum befindet sich in den Gebäuden des 1270 gegründeten ehemaligen Zisterzienserklosters. Das Museum ist montags geschlossen.

Im Teepott sind unter dem Titel „Reinhold Kasten – Der letzte große Abenteurer des 20. Jahrhunderts“ Ausstellungsstücke zu sehen, die der Lübecker Fahrensmann Reinhold Kasten in sechs Jahrzehnten auf der ganzen Welt zusammengetragen hat. Täglich geöffnet.

Im Heimatsmuseum kann der Besucher erfahren wie Fischer, Lotsen und Seeleute einst gelebt haben und wie sich die Fischerei und das Bäderwesen im Laufe der Jahre entwickelt haben. Von April bis Oktober geöffnet von Dienstag bis Sonntag 10:00-18:00 Uhr. Von November bis März montags und dienstags geschlossen.

Das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum befindet sich in dem 1957 auf der Warnowerft gebauten 10.000-Tonnen Hochseefrachter „Dresden“. Neben dem Maschinenraum kann man auch die Kommandobrücke besichtigen und sich wie ein Kapitän fühlen. Anhand zahlreicher Originale und Modelle wird die Entwicklung der Seefahrt von der Hanse bis zur modernen Hochseeschifffahrt gezeigt.

Zoo in Rostock

Der Rostocker Zoo ist der größte Zoo der deutschen Küste und beherbergt 1.500 Tiere in einer Parkanlage von 56 Hektar Größe.

Zoo Rostock

© Zoo Rostock von catnip254 / flickr

Seit 2008 gibt es an der Warnemünder Ostmole eine Robbenstation. Interessierte Besucher können in einer Führung das Forschungsinstitut auf einem alten Flussdampfer kennenlernen.

Gastronomie in Rostock

Die „Vörreeg“ ist eine schmale Gasse mit Kopfsteinpflaster und gilt vor allem bei Kneipenbesuchern als Geheimtipp.

Kulinarisch hat Rostock neben frischem Fisch alles zu bieten, was das Herz begehrt.

Öffentliche Verkehrsmittel in Rostock

Für Besucher der Stadt Rostock eignet sich gut die RostockCard. Sie ist das Ticket für Nahverkehr, Kultur und Erlebnis in Rostock. Freie Fahrt mit den Verkehrsmitteln des Verkehrsverbundes Warnow im Gesamtnetz Rostock, ermäßigte Stadtführungen, ermäßigte Schiffsfahrten, ermäßigte Kulturangebote, ermäßigte Sport- und Freizeitangebote, Sonderpreise in Rostocker Gaststätten, und ermäßigte Wellnessangebote.

Ausflugsziele in der Nähe von Rostock

Die Rostocker Heide ist mit einer Größe von 6.000 Hektar eines der letzten großen geschlossenen Waldgebiete an der deutschen Küste. Das Wegenetz für Wanderer und Radfahrer ist etwa 61 Kilometer lang und auch ein internationaler Radwanderweg führt von Hohe Düne bis nach Graal-Müritz durch die Rostocker Heide. Informationstafeln geben Auskunft über die Tier- und Pflanzenwelt und 11 Waldparkplätze stehen den Besuchern zur Verfügung.

Auf dem Dreimast-Top-Segelschoner „Santa Barbara Anna“ können sie auf Segeltörn gehen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Heiligendamm ist heute ein Ortsteil von Bad Doberan und das älteste deutsche Seebad, gegründet 1793. Die „“ besticht durch die Schönheit der klassizistischen Bauten aus dem 18. Und 19. Jahrhundert. Hier fand im Sommer 2007 auch der G8-Gipfel statt.

Die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst ist ein Paradies für Naturfreunde mit Urwald, Mooren, Steilküste und Sand- und Naturstränden. Das Ostseebad Ahrenshoop ist eine berühmte Malerkolonie. Vom 35 Meter hohen Leuchtturm Darßer Ort hat man einen tollen Blick über die Gegend.

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